Tag der Planung 15. Ingerimm 1030 BF

Nach dem bedauerlichen Zwischenfall heute Morgen, wir wollen nicht weiter darüber sprechen, habe ich einen Trupp nach Lowangen geschickt, einige dieser unzähligen (Ich habe sie gezählt, Auflistung im Bilanzbuch) Rinder gegen Waren zu tauschen, die wir hier tatsächlich für Fest und Verteidigung brauchen können.

Danach habe ich mich den Büchern in der Bibliothek gewidmet, hier ist einiges zu sortieren. Aber das ist genau die richtige Aufgabe um meinen Geist zu beruhigen. Ich habe mich in der Schreibstube neben der Bibliothek eingenistet, um möglichst viel Zeit zwischen den Büchern verbringen zu können. Einige interessante Geschichten las ich über die Linie der Arsinger und diverse Geschichtsbücher habe ich gefunden, die von ganz allgemeinem Interesse sind.

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Tag der Planung 15. Ingerimm 1030 BF – Nach dem Frühstück

Was fällt diesem dreckigen, gewinnsüchtigen Dünnpfiffgurgler eigentlich ein?! So ein beschissesnes, respektloses Aas, so ein unmöglicher Holzschuhgießer! Berman von Arsingen! Frau kann sich gar nicht vorstellen, ich meine wie kommt er denn darauf, und wie respektlos kann jemand sein, um so etwas so vulgär auszusprechen, beim Frühstück.

Ruhig Yazime, die Nachwelt soll erfahren was er dir wagte ins Gesicht zu werfen. Ruhig und kühl wirst du sein. Und deine Rache wird köstlich sein. Gar köstlich.

Kasim und Algrimm hatten sich bereits vom Frühstück erhoben, um in der Stadt die Bevölkerung kennen zu lernen und sich mit den hier herrschenden Sitten vertraut zu machen. Denn wir wollen in drei Tagen am 18. ein Fest veranstalten um die Umstrukturierung des Dorfes zu festigen und Schönwetter mit der Bevölkerung zu machen. Naja sie waren also schon weg. Und ich hatte gerade mit Leoborn besprochen, dass wir versuchen sollten, Bermann einen Posten schmackhaft zu machen, auf dem er möglichst wenig tatsächliche Macht hat. Ein Gespräch über allgemeine Wirtschaftspolitik hatte sich ergeben, eigentlich sehr nett, ich hätte nicht gedacht, dass der neue Herr von Arsingen tatsächlich Vorschläge einbringen würde, na auf jeden Fall kommt Bermann übernächtigt zu uns an den Tisch und verlangt nach Essen. Nicht mal pünktlich kann er erscheinen. Ich beginne ihm die Idee zu unterbreiten, dass er mit einem Trupp losziehen soll um die Befestigungsmauer am Pass in Augenschein zu nehmen und bin gerade dabei ihm richtig Honig ums Maul zu schmieren, da unterbricht er mich.

Er unterbricht mich grinsend mit den Worten: „Na ihr treibt‘s doch miteinander. Ihr – wie ihr hier beide da sitzt.“

Ich war so überrascht, ich saß einfach da und war sprachlos. Ich starrte ihn an und wusste nichts zu sagen. Wie kommt er darauf? Was fällt ihm ein? Dieser idiotische Vollpfosten! Und ich? Wie konnte ich einfach dasitzen und nichts sagen? Ich hätte ihm eine bösartige, kalte Antwort hinknallen sollen. Ich hätte souverän sein sollen. Stattdessen konnte ich ihn nur wütend anstarren. Selbst als sich das Gespräch wieder fing habe ich ihn angestarrt. Den Blick zu senken wäre eine zu große Niederlage gewesen, aber auf diese Weise musste ich wenigstens nicht Leoborns Reaktion sehen. Meine Güte, was en Glück hat niemand darüber ein Wort verloren und außer den Orkdamen, war niemand im Raum. Wie peinlich das hätte werden können.

Aber wirklich, wie kommt er darauf? Ich meine Leoborn und ich, also bitte! Sicher, der Mann wäre keine Schlechte Partie, aber sein Charakter scheint mir unstabil und geradezu impulsiv. Sein Kleidungsgeschmack allerdings ist exquisit. Aber wiederum diese seltsame Vorliebe für Vogelexkremente. Warum erörtere ich das jetzt überhaupt? Rache! Das ist es was wonach mir der Sinn steht!

Ich wette Bermann hat sich schon seine Huren in diesen Loch von einer Stadt ausgeschaut…. Da wird sich doch etwas herausfinden lassen!

Tag des Zählens, Wiegens und Messens 14. Ingerimm 1030 BF

Das meiste hier ist Schrott und wird bereits von den Frauen aus dem Schloss und einigen Dörflern zu einem Scheiterhaufen zusammengetragen. Wir werden den Magier dort verbrennen. Leon von Arsingen wird in der Krypta der Familie beigesetzt werden.

Ich habe die Bestände des Schlosses inventiert.

Neben Gegenständen des täglichen Gebrauchs vielen mir vor allem folgende Gegenstände ins Auge.

Ein Kafunkelstein
Ein halbes Kilo verschmortes Eridium
Ein scharfkantig geschliffener Obsidianring
Ein fein zisselierter Armreif
Einen Goldrng mit seltsamen Runen
Ein Umhang der mir elfischer Mode entsprungen scheint
Ein völlig schwarzer Dolch, dessen Griff so mit Stacheln besetzt ist, dass frau ihn nicht benutzen kann
Fünft Tageslichtstäbe
 Einen halben Liter Benzin
Soda
Glyzerin
Eine Flasche Gegengift
Ein Schmerzmittel
Ein Fläschchen mit Säure

Den Dolch habe ich nicht mit bloßer Haut berührt und das war eine große Weisheit. Die Leidtragende war ich am Ende trotz allem. Als Kasim die Waffe in die Hände nahm und ich wollte ihn noch davon abhalten, stach er mir den Dolch in die Seite, zog ihn ruhig wieder heraus und legte ihn fein säuberlich zurück an seinen Platz. Ich will ihm glauben, dass es der Dolch war, der nach Blut lechzte und nicht der Korgeweihte selbst. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er seine Auftraggeberin verletzen würde, auch wenn wir uns in einem ungeklärten Vertragsverhältnis mit rein mündlicher Zusage zu diesem ganz speziellen Moment befanden.

Algrimm hat nun zwei dieser wundersamen Steine. Es sollen die Herzen von Drachen sein. Ich frage mich, ob sein Interesse an diesen Steinen so naiver Natur ist, wie es zunächst den Anschein hat.

Leoborn hat noch immer mit der Situation zu kämpfen, wie es scheint. Die Rache am Mörder seines Vaters scheint ihn nicht beruhigt sondern noch wütender gemacht zu haben. Ich habe ihm angeboten ihn bei allen wirtschaftlichen und organisatorischen Entscheidungen der nächsten Tage zu unterstützen, sollte er die Rolle, die ihm sein Erbe abverlangt, ausfüllen wollen. Wenn ich ehrlich bin habe ich das eigentlich nicht nur für die nächsten Tage angeboten.

Meine Investitionen habe ich noch nicht wieder gesehen. Ich frage mich allerdings, ob das der Grund ist, aus dem ich in diesem verschlafenen Nest hänge…. Hier ist nichts zu holen, will ich niemanden um dem ihn zustehenden Teil der Beute bringen. Bis mich die Familie von Arsingen ausbezahlen kann, wird es noch einige Zeit dauern, niemals wird es passieren, sollte frau Bermann das Wirtschaften überlassen.

Da gibt es natürlich den Handel mit der Goldschmiedegilde, aber außer, dass ich ihn eingefädelt habe, habe ich nichts von diesem Spiel. Unterstützung für den Baron und seinen Kreuzzug gegen die Monopoleinkaufsrechte für das Gold aus der Arsinger Miene, was interessiert mich der Kreuzzug dieses Barons.

Wobei sich diese Gelder sicher gut für die Sicherung des Passes nutzen ließen oder für den Wiederaufbau Arsingens abzweigen ließen. … Schon wieder dieses Arsingen… langsam frage ich mich wirklich, seit wann ich den Wunsch habe dieses Dorf zu retten…. Es ist ja nicht mein Dorf, nichts habe ich mit diesem Kuhkaff, was tatsächlich ziemlich wörtlich zu nehmen ist, zu tun. Ich sollte zurück nach Lowangen fahren, sobald diese Goldmiene befreit ist und dann nach der nächsten Karawane in die Heimat suchen und den Auftrag meiner Mutter erfüllen.

Schlacht um Arsingen – 14. Ingerimm 1030 BF

Die Schlacht ist geschlagen, aber der Sieg scheint mir nicht errungen.

Wir näherten uns mittels eines Boot der Burg, sehr zu Algerimms Unbehagen und konnten recht unproblematische ein Fenster der Burg erklettern.

Leoborns Vater wurde von diesem Zauberer, Eifried Ehrwald,  in eine abscheuliche Monstrosität verwandelt. Während Kasim und ich gegen diese Lebende Leiche in Ritterrüstung kämpften, floh der Magier in einen Spiegel. Leoborn und Algerimm folgten ihm, die drei fielen augenblicks wieder aus dem Spiegel heraus, doch Algerimm und Leoborn scheinen mir seitdem verändert. Der Magier hörte nicht auf Leoborn zu provozieren, bis dieser schließlich ihn erst fesselte, dann bewusstlos schlug und ihn schlussendlich kaltblütig ermordete. Ich mache mir Sorgen. Das Schicksal seines Vaters und die Worte des Magiers müssen den Mann völlig durcheinandergebracht haben so jähzornig habe ihn bis dahin noch nicht gesehen. Ich hatte die Hoffnung, dass er diesem Flecken Erde mehr Glück bringen könnte als sein vermaledeiter Onkel. Aber nun bin ich mir nicht mehr so sicher. Ich konnte den ehemaligen Herrscher von Arsingen einfach keine weitere Minute so liegen lassen, wie er beim Tod des Magiers in sich zusammenfiel. Ein Begräbnis muss veranstalltet werden. Ein würdiges. Ein öffentliches. Die Bevölkerung soll wissen, wie der Mann als Held starb… vor zwanzig Jahren. Die Bevölkerung braucht das und ich vermute Leo braucht das auch.

Aber Yazime, frau soll nicht über Menschen Richten, die sich in großer Trauer befinden, und es ist ja nicht so, als ob nicht auch du schon fast der Versuchen erlegen wärst, eine wehrlose Mutter in die Hallen Borons zu schicken.

Nachdem der Orkstamm durch Kasim enthäuptlingt wurde und Leo seine nicht endenscheinende Wut an deren Schamanen herausgelassen hatte – auch ich habe mich dieses Mal am Kampf beteiligt und wurde leicht verwundet – habe ich damit begonnen, die Frauen, die in der Burg offenbar als Sexsklavinnen gehalten wurden zu beruhigen und zu zählen. Ich werde mich ihnen annehmen.

Ich habe heute einem Wesen das Leben genommen, lange ist es her, dass so etwas das letzte Mal geschah.

Tag des Nebels 13. Ingerimm 1030 BF

Der Nebel zog auf

Ich erinnere mich verschwommen, meine Mutter.

Ich komme zu mir … oder besser ich wache auf, über eine Schulter geworfen. Na ganz fantastisch, so wollte ich sicher nie aus dem Schlaf erwachen, mit dem Kopf nach unten, getragen von einem Mann. Und weil das nicht genug der Demütigung gewesen sein kann, musste es natürlich ausgerechnet Leo von Arsingen sein, der mich da trug. Die dreckigen Striemen an seine Armen und auf dem werten Algrimms Gesicht erklärten sich mir dann auch recht schnell durch meine blutigen und dreckigen Nägel und Finger. Ich muss mich ganz schön gewehrt haben, mit ihnen zu gehen. Im Erdboden wäre ich am liebsten versunken. Nicht ohne Freude klärte mich Leoborn von Arsingen darüber auf, dass seine Schuld nun beglichen wäre. Er hat mich mit einem geradezu diebischen Lächeln zitiert

„Macht euch keine Sorgen, Ihr steht nun einfach in meiner Schuld.“

Ich muss ihm zustimmen, dieser Handel wurde erfolgreich abgeschlossen. Trotzdem wäre mir lieber gewesen, das wäre auf eine weniger peinliche Art geschehen.

Der Herr Algrimm scheint mir seit der Zeit im Nebel besonders still zu sein. Ich sollte ihn besser im Auge behalten, vielleicht erinnert er sich an die Geschehnisse im Nebel im Gegensatz zu mir und sie bereiten ihm Unbehagen.

Reise nach Arsingen 12. Ingerimm 1030 BF

Auf unserer Reise trafen wir auf einen Trupp Freiheitskämpfer, die aus Menschen und Orks zu bestehen scheinen. Zunächst hielt ich sie für Wegelagerer, doch sie wollen uns bei der Befreiung Arsingens unterstützen, sofern wir den Orks einen Platz in diesem Arsingen einräumen. Diese Vorschläge klangen recht logisch, doch gehen sie gegen alles, was ich bis jetzt über Orks gelesen habe. Die Krieger waren alle recht nett.

Bermann, den ich auf unserer Reise duldete, spielte sich auf, als dieser Vorschlag vorgebracht wurde und wurde in einem Zweikampf von Leoborn in seine Schranken verwiesen. Wobei Letztgenannter seine Herkunft offenbarte. Nun ist also die Katze aus dem Sack. Sehr zu Kasims Bedauern endete der Kampf nicht im Tod eines der Kontrahenten, sondern lediglich mit dem geschädigten Stolz Bermanns. Die Orks der Truppe haben Kasim einen seltsamen gehörten Helm geschenkt und versprechen ihm einen hervorragenden Kampf, sollte er diesen Helm beim Sturm der arsinger Burg tragen.

Bevor wir uns dieser Burg annehmen können, müssen wir wohl durch einen Nebel, der alle Menschen von ihrem Weg abbringen soll. Ich kann mir ja noch nicht so recht vorstellen, wie Nebel so dicht sein soll, dass frau den Weg nicht mehr findet. Aber das werden wir morgen sehen.

Tag des Empfangs – 11. Ingerimm 1030 B

Bei Phex er ist der verschwundene Erbe! Mein Gefühl hat mich in die richtige Richtung geführt, aber nun alles von Anfang an.

Ich habe den Tross an den Stadttoren begrüßt, sie wurden zu einem Empfang ins Magistratsgebäude geladen, mir gegenüber wurde auch eine Einladung ausgesprochen. Im Gegensatz zu den edlen Herren wurden Algrimm und ich herzlich und wohlwollend begrüßt. Herrlich habe ich mich mit dem Magistraten und den Oberhäuptern verschiedener Gilden unterhalten. Der Magistrat hält den werten Herrn von Arsingen, also Bermann von Arsingen, für wenig kompetent, und langsam stimme ich ihm zu, aber davon später mehr. Ich ließ anklingen, dass es eine Schande wäre, dass es keinen anderen Erben gäbe. Meine aber keine Reaktion in den Gesichtern der Anwesenden gesehen zu haben.

In meiner unendlichen Güte habe ich mit der Gilde der Goldschiede ausgehandelt, dass sie den Schlachtzug monetär unterstützen, wenn wir ihnen die alleinigen Einkaufsrechte für alles Gold, was aus der Mine der Arsinger bald wieder fließen wird, zusichern. Berman musste sich darauf einlassen, nachdem der Rest Lowangens, dem Kreuzzug bestenfalls neutral gegenübersteht. Hier hält frau diese schwärmenden Ritter für aufgeblasene Träumer oder schlimmer noch für eine Gefahr des sonst stabilen Systems, in dem sich Lowangen mit den Orks befindet.

Der Magistrat hat mir seine persönliche Empfelung schriftlich mit auf den Weg gegeben. Ich bin meinem Ziel in Lowangen als angesehene Händlerin Fuß zu fassen ein großes Stück näher gekommen.

 

Nun zu den schlechten Nachrichten: Berman ist pleite. Jedenfalls will ihm die Bank hier keinen Kredit ausstellen. Er kann seine Schulden bei mir nicht begleichen. Er hat nichteinaml genug Geld, um seine Söldner zu bezahlen.

Ich schlug vor, die Söldner zu übernehmen und ihn zu seinem Schloss zu begleitet, dort könnte sich vielleicht ausreichend Reichtümer befinden, um die Schuld zu begleichen. Jedenfalls versuchte er das immer wieder zu versichern.

Diese Hitzköpfe wollten zunächst nicht auf mich hören. Leo schleppte Algrimm mit in die Bank und eröffnete dort den Zwergen des Schalters, Algrimm und mir seinen werten Namen. Er ist tatsächlich Leoborn von Arsingen und der Neffe Bermanns. Der tatsächliche Erbe Arsingens. Nachdem auch er kein Darlehen auf unkomplizierte Weise bei den Zwergen bekommen konnte, hörte sie mir nun endlich zu und alle sahen ein, dass es eine fantastische Idee ist, dass Algrimm und Kasim von nun an bei mir angestellt sind. Kasim habe ich meinen persönlichen Schutz anvertraut. Berman wurde nicht gefragt. Wie die Jungfrau zur Syphillis bin ich also nun zu einem kleinen Trupp Söldner gekommen. Ein interessanter Verlauf der Dinge.

Ich scheine Leoborn von Arsingen damit verärgert zu haben, dass ich seine Schuld nicht beglichen sehe. Seltsam, ich meine, er hat doch gar nichts für mich getan. Trotzdem, er wirkt wirklich aufgebracht auf mich.

Ich habe gleich noch ein Konto bei der hier ansässigen Zwergenbank eröffnet und 150 Dukaten eingegeben. Die Verkäufe der Gewürze und Stoffe waren höchst profitabel. Näheres ist dem Bilanzbuch zu entnehmen.

Zwischen Liebe und Hass

Die Gefühle meines Charakters

 

Ich bin bekannt dafür, dass ich sehr viel incharacter spiele und meinen Charakter voll durchziehe. Das mag mit meinen Wurzeln im Theater zusammenhängen, oder meiner Vorliebe für Chaos.

Klar springt meine Halborkbarbarin mit Anlauf auf dem Wagen, der verdächtigen Personen und stellt sie zu Rede.
Natürlich hat mein Streetsamurai einen Tobsuchtsanfall, als er seine Exfreundin mit seinem verhassten Vater sieht.
Welche Händlerin geht nicht auf jemanden los, den sie für ihre Mutter hält. Ihre Mutter die sie mit dreizehn vergewaltigen ließ.

Meine Charaktere können alles sein (das ist ja das fantastische am Rollenspiel) leichtgläubig, gezeichnet, unbeschwert, verschlossen. Aber ich versuche sie immer als echte Personen mit echten Gefühlen wahr und ernst zu nehmen.

Manchmal reicht es mir dafür logisch zu überlegen, was der Charakter jetzt wohl fühlt. Und manchmal ist ein gewisser Abstand nötig um eine interessante Geschichte zu erzählen. Manchmal und in meinem Fall sicher öfter, schlüpfe ich in die Haut meines Charakters und fühle, was er oder sie fühlt. Ich möchte nun ein paar Tipps geben wie man leichter in diese Rollen findet, was ich besonders für das Spiel als Spielleiter*in nützlich finde. Wie man sicher wieder aus ihnen herausfindet, führe ich hier aus.

  1. Ich stelle mir Fragen: Was geht meiner Figur auf die Nerven? Wovor hat sie Angst? Kenne ich die Antworten auf solche Fragen, fällt es mir leichter Trigger für bestimmte Emotionen zu finden. Ich stelle mir solche Fragen nicht nur bei der Charaktererstellung sondern vor allem während der Spielsitzungen.
  2. Ich mache mir bewusst, wie mein Charakter zu anderen Charakteren steht. Das kann zunächst eindimensional geschehen, und mit einem Schlagwort benannt werden, so etwas wie: Ehrfurcht, Sorge, Respekt, Liebe, Gefallsucht, Eifersucht, Lust, Wut… Später kann man sich überlegen, was es ist, was der Charakter an den Anderen liebt, verachtet oder respektiert. Und schon ist in der Beziehung zu dem jeweiligen Anderen Platz für mehrere vielschichtige Emotionen.
  3. Ich verkünde nicht. Manche Emotionen zeige ich offen und binde sie ins Spiel ein. Andere halte ich bewusst zurück. Wieder andere werden dadurch präsent, dass der Charakter versucht, sie geheim zu halten. Beispielsweise zeigt er oder sie seinen Hass nicht offen, vermeidet aber wo es geht in der Nähe des Hassobjektes zu stehen.
  4. Wofür interessiert sich mein Charakter? Ich lese oder konsumiere anderweitig gerne Sekundärwissen über die Dinge, für die sich mein Charakter interessiert. Da lese ich ein Buch über Kriegsführung oder sehe mir eine Doku über Tänze von Naturvölkern an. Oder ich lerne Finanzbuchhaltung – fragt besser nicht.
  5. Sich einlassen. Ich spiele am besten, wenn ich nicht spiele sondern bin. So einfach das klingt, so schwierig ist zu beschreiben, was man tun kann, um zu sein und nicht zu spielen. Ich denke, man muss bereit dazu sein, die Kontrolle zu verlieren, Gefühle zuzulassen, die nicht die eigenen sind und sich sicher sein, dass man mit diesem umgehen und als das verstehen kann, was sie sind.

 

Entspanntes Zurücklehnen

Ich möchte dazu Mut machen, sich als Spielmeister*in einfach mal im Stuhl oder auf der Couch zurück zu lehnen und den Spielenden zuzuhören.

Immer wenn ich meinen Spielern Raum gebe und sie spannende Charaktere mit Ecken und Eigenheiten geschaffen haben, entwickelt sich herrliches soziales Spiel zwischen meinen Charakteren.

Diesen Raum zu geben, kostet manchmal wirklich Mut, denn während Thorfried mit Hakim darüber diskutiert, ob ein nichtmonogames Beziehungskonzept tormgefällig ist, oder Shikar versucht Rüttli wie ein Drillsergeant zu wecken, wird kein Plot voran getrieben. Und ist das nicht meine Aufgabe als Spielleiterin, sicherzustellen, dass die Geschichte erzählt wird? Auf diese Idee kann man immer wieder kommen, und sicher ist es wichtig die Aufgabe, die die Charaktere sich gestellt haben nicht aus den Augen zu verlieren. Aber als Spielleiterin, versuche ich vor allem den Spielern Freude zu bereiten.

An solchen Szenen wachsen die Charaktere in die Tiefe und mit den anderen Charakteren zu einer Gruppe zusammen. Vielleicht werden sie Freunde, vielleicht Rivalen.

Auch mir bereiten solche Szenen Freude, es ist schön zu sehen, dass tatsächlich Menschen in der Welt leben, lieben und streiten, die ich mir erdacht habe. Aber auch innerhalb dieser Szenen gibt es etwas für uns zu tun, Gut zuhören und gerne auch kleine, inspirierende Funken mitschreiben, die im Gespräch zwischen den Charakteren entstehen. So erfahre ich in diesen Gesprächen, die Wünsche und Sorgen, die Ängste und Intentionen meiner Charaktere und kann sie dazu nutzen den Plot interessanter und vor allem persönlicher zu gestalten.

Unser Pladin trinkt, um die Schrecken des vergangen Krieges zu vergessen? Also kann ich ihn durch einen Zauber der seine Sinne verwirrt vielleicht einmal mit dem Getöse einer Schlacht konfrontieren. Mal sehen, wie er reagiert.
Unser Barbar, Shakir, hielt unseren Magier für schwach, bis dieser ihm in einen morgendlichen Marathon davonlief. Jetzt misstraut Shakir dem Magier, Rüttli. Ich kann dieses Misstrauen durch Gegner schüren oder durch Freunde zerstreuen.

Außerdem – seien wir ehrlich – kann meine Stimme auch ab und an mal ne Pause vertragen. Also lehne ich mich zurück und höre zu.